Auf Sophies Wegen wandern

Manches hat sich in den mehr als zwei Jahrhunderten sehr verändert, anderes ist heute noch immer ähnlich. Das Forsthaus im Sihlwald hat zwar später ein Türmchen erhalten und es ist mit Sinnsprüchen von Gottfried Keller geschmückt worden, aber es steht noch immer am gleichen Ort.
Wenn man hingegen beim Verkehrskreisel von Sihlbugg Dorf steht, fällt es wohl schwer, sich den alten Saumweg über die Babewag vorzustellen. Jedoch drei Kilometer sihlaufwärts stösst man auf die alte Holzbrücke von 1850, die dort wieder aufgebaut wurde (die noch ältere wurde 1847 im Sonderbundskrieg abgefackelt).
Auch im städtischen Horgen gibt es noch etliche Spuren aus der Zeit unserer Geschichte, wie die Sust, das Gesellenhaus (Schwanen) oder die reformierte Kirche.

Unerwartet ist vielleicht, dass es ausgerechnet der Wald ist, der sich fast am stärksten verändert hat: Aus einem einstigen Nutzwald ist in den letzten Jahrzehnten eine Wildnis entstanden.
Wer Lust hat, auf Sophies Wegen den Sihlwald, die Umgebung oder die Stadt Zürich kennenzulernen, findet hier einige Wandervorschläge, die zum Teil genau der Geschichte des Buchs
folgen:
Sophies Schulweg

(Band I, Kapitel «Die eine Schule»)

Start- und Endpunkt: Station Sihlwald (Sihltalbahn)
Weg über die Sihl zum Schüeppenloch, wo Sophie wohnte. Von dort führt der Schulweg zum Hof Mürg, dann steil hinauf zum Oberhof, wo damals in einer Bauernstube unterrichtet wurde. Auf einem Umweg über den Horgenberg und den Landforst geht es zurück nach Sihlwald.
Strecke 7,5 km, Aufstieg 210 m, Abstieg 210 m, Wanderzeit ca. 2 Stunden 10 Minuten
Diese Wanderung kann ideal mit dem Besucherzentrum des Wildnisparks kombiniert werden.
Die Ruine auf dem Albisgrat

(Band I, Kapitel «Schnabelburg»)

Start- und Endpunkt: Station Sihlwald (Sihltalbahn)
Sophie steigt mit den Heideggerkindern von Sihlwald aus den Spinnerweg hinauf zur Schnabellücke und weiter zur Ruine der Schnabelburg. Von da lohnt sich der Weg weiter auf der Albiskrete zur Hochwacht, wo es einen Aussichtsturm zu besteigen gibt.
Strecke 8 km, Aufstieg 440 m, Abstieg 440 m, Wanderzeit ca. 2 Stunden 40 Minuten
Mögliche Variante:
Statt dem Abstieg zurück nach Sihlwald, kann nach der Hochwacht auf dem Albisgrat weitergewandert werden bis zum Albispass (Postautohaltestelle) (45 Minuten kürzer)
Sihlwanderung zur einstigen Babewag

(Band I, Kapitel «Babewag» und «Eine Hexengeschichte»)

Start- und Endpunkt: Station Sihlwald (Sihltalbahn)
An den Albishängen nach wandern Sophie und Magdalena nach Sihlbrugg, wo damals die Holzbrücke „Babewag“ stand. Auf der rechten Sihlseite geht es weiter zur Unteren Halden, wo Dreiwässer-Anni wohnte. Dann alles der Sihl nach zurück.
Strecke 16 km, Aufstieg 336 m, Abstieg 336 m, Wanderzeit ca. 4 Stunden 10 Minuten

Vom Sihltal an den See

(Band I, Kapitel «Chilbi» und «Nachtwald»)

Start- und Endpunkt: Station Sihlwald (Sihltalbahn)
Der Weg führt zuerst bei Sophies Wohnort im Schüeppenloch vorbei, dann über den Horgenberg ins städtische Horgen. Am See liegt die alte Sust, die früher als Warenlager für den Saumverkehr diente, worin sich heute das sehr sehenswerte Ortsmuseum befindet. Dann an der schönen (zu Sophies Zeiten ganz neuen) reformierten Kirche vorbei hinauf in den Landforst und zurück nach Sihlwald.
Strecke 13 km, Aufstieg 415 m, Abstieg 415 m, Wanderzeit 3 Stunden 40 Minuten
Mögliche Varianten:
Wer die Geschichte genau nimmt, wandert auf dem Rückweg wie Sophie übers Erlenmoos zurück zum Schüeppenloch, bevor es der Sihl nach zur Station Sihlwald geht.
Kürzer: Start- oder Endpunkt Bahnhof Horgen
Albishorn

(Band I, Kapitel «Tourist am Berg»)

Start- und Endpunkt: Station Sihlwald (Sihltalbahn)
Der Weg mit den italienischen Gästen führt dem Albishang nach zum Mätteli, dann immer auf dem Albisgrat zum Albishorn und über den Bürglenstutz (höchster Punkt der Kette) zur Schnabellücke. Dann geht es auf dem Spinnerweg zurück nach Sihlwald.
Strecke 12,5 km, Aufstieg 568 m, Abstieg 568 m, Wanderzeit ca. 3 Stunden 45 Minuten
Mögliche kürzere Varianten:
Startpunkt Sihlbrugg Dorf, dann über den Schweikhof zum Mätteli (ca. 45 Minuten weniger)
Auf direktem Weg zum Albishorn (ohne Mätteli, ca. 1 Stunde weniger)
Nach der Schnabellücke Fussweg zur Postautohaltestelle Tüfenbach (30 Minuten weniger)
Magdalenas Führung durch das alte Zürich

(Band I, Kapitel «Winterreise»)

Start- und Endpunkt: Grossmünster
Strecke 2,5 km, wenig Höhendifferenz, reine Marschzeit 40 Minuten

Den auf dem alten Stadtplan eingezeichneten Punkten nach zeigte Magdalena Sophie das damalige Zürich.
Heinrich Keller, Grundriss der Stadt Zürich 1838
Karte: gis-Browser (www.maps.zh.ch) > Historische Karten
Auf die heutige Stadt übertragen ist das ungefähr diese Strecke:
Die folgenden drei Wanderungen hat Sophie in der Geschichte nicht gemacht. Für alle, die sich für die Natur und die Geschichte der Gegend interessieren, lohnen sie sich aber sehr.
Sihlsprung

Startpunkt: Sihlbrugg Dorf (Busstation Verkehrsbetriebe Zugerland),
Endpunkt: Hirzel-Spitzen (Postautohaltestelle)

Eine Sihlwanderung, die zuerst flussaufwärts zur Sennweidbrücke führt (das ist die alte Babewag, die nach dem Abbruch 1960 hier wieder aufgebaut wurde). Spannend sind die langen Tunnel, die für die Wasserversorgung von Zürich hier in den Fels gesprengt wurden. Der Sihlsprung ist eine wilde Landschaft mit mächtigen Nagelfluhbrocken. Ab hier gibt es eine längere Variante, vorbei am Fischrestaurant Sihlmätteli über Wiesen nach Hirzel-Spitzen. Zum gleichen Ziel führt die etwas kürzere Variante die durch die Schlucht und ein Tobel führt.

Variante 1:
Strecke 9,5 km, Aufstieg 212 m, Abstieg 93 m, Wanderzeit ca. 2 Stunden 30 Minuten.
Variante 2:
Strecke 8 km, Aufstieg 206 m, Abstieg 87 m, Wanderzeit ca. 2 Stunden 10 Minuten.

Vom Wildnispark zum Tierpark

Startpunkt: Station Sihlwald (Sihltalbahn),
Endpunkt: Station Wildpark-Höfli (Sihltalbahn)

Zuerst geht es zum Besucherzentrum Sihlwald, wo es ein Fischottergehege, eine Buchhandlung zum Thema Natur und eine wechselnde Ausstellung zu sehen gibt; ausserdem sind hier ein Wildnis-Spielplatz und etliche Feuerstellen zu finden. Anschliessend führt der Weg über drei Brücken durch einen Teil des Albiswalds nach Langnau zum ältesten Zoo der Schweiz: Im Wildpark Langenberg leben in grosszügigen Gehegen Wildtiere, die in unserer Gegend leben oder lebten.

Strecke 8,5 km, Aufstieg 205 m, Abstieg 229 m, reine Wanderzeit ca. 2 Stunden 15 Minuten.
Der alte Saumweg

Startpunkt: Bahnhof Horgen (SBB) am See,
Endpunkt: Bushaltestelle Sihlbrugg Dorf (Verkehrsbetriebe Zugerland)

Vom Bahnhof geht es zuerst zur Sust, wo die auf dem Wasserweg angelieferten Waren auf Saumtiere verladen wurden – und umgekehrt; heute ein interessantes Ortsmuseum. Dann kann man einfach den braunen Wegweisern „Saumweg“ über Hirzel-Höchi bis nach Sihlbrugg folgen.

Strecke 7,5 km, Aufstieg 352 m, Abstieg 225 m, Wanderzeit ca. 2 Stunden 15 Minuten.
Von Menzingen zur Sihl

(Band II, Kapitel «Balz»)

Startpunkt: Menzingen Dorf (Bustation Zugerland Verkehrsbetriebe).
Endpunkt: Sihlbrugg Dorf (Busstation ZVB)

Der Weg führt durch die liebliche Hügellandschaft nördlich von Menzingen bis hinunter an die Sihl, die auf der Sennweidbrücke (die alte Babewag-Holzbrücke, die 1960 hierher versetzt wurde) überquert wird. Dann folgen wir dem Lauf der Sihl bis Sihlbrugg Dorf.
Strecke 9 km, Aufstieg 139 m, Abstieg 409 m, Wanderzeit ca. 2 Stunden 20 Minuten.


Von Sihlbrugg nach Schindellegi

(Band II, Kapitel «Botengang und Wallfahrt»)

Startpunkt: Sihlbrugg Dorf (Busstation ZVB).
Endpunkt: Bahnstation Schindellegi-Feusisberg

Wir wandern dicht an der Sihl flussaufwärts bis unterhalb von Spitzen, nun geht es weiter nach Schindellegi durch eine offene Landschaft, die geprägt ist durch Landwirtschaft, vereinzelte
Wäldchen und drei hübsche Weiher.
Strecke 17,5 km, Aufstieg 567 m, Abstieg 345 m, Wanderzeit ca. 4 Stunden 50 Minuten.

Die Strecke kann in Schönenberg, Hütten und Samstagern abgekürzt werden.

Für die marschgeübten Sophie, Margarete und Balz ist die Wanderung in Schindellegi noch lange nicht zu Ende. Ihr Weg geht anschliessend noch weiter...
Von Schindellegi nach Einsiedeln

(Band II, Kapitel «Botengang und Wallfahrt»)

Startpunkt: Bahnstation Schindellegi-Feusisberg.
Endpunkt: Bahnstation Einsiedeln.

Sihlaufwärts geht es bis zum Wehr bei Dreiwässern, dort steigen wir zuerst zum Fuss des Etzels hinauf und überqueren den Fluss bei der Teufelsbrücke. Dann folgen wir dem von Kapellen und
Bildstöcken gesäumten Weg nach Einsiedeln.
Strecke 12,9 km, Aufstieg 444 m, Abstieg 326 m, Wanderzeit ca. 3 Stunden 40 Minuten.
Abkürzungsmöglichkeit nur in Egg SZ (Postautohaltestelle Dorfplatz)
Von Einsiedeln nach Schindellegi

(Band II, Kapitel «Turpen»)

Startpunkt: Bahnstation Einsiedeln.
Endpunkt: Bahnstation Biberbrugg

Der Weg führt durch die bezaubernde Moorlandschaft Schwantenau, wo früher Torf (Turpen) abgebaut wurde.
Strecke 9.5 km, Aufstieg 187 m, Abstieg 239 m, Wanderzeit ca. 2 Stunden 30 Minuten
Von Sihlwald nach Adliswil

(Band II, Kapitel «Einladung in die Stadt»)

Startpunkt: Bahnstation Silhwald SZU.
Endpunkt: Bahnstation Adliswil SZU.

Wir begleiten die Sihl auf ihrem Weg nach Zürich in einer ersten Etappe.
Strecke 7.1 km, Aufstieg 45 m, Abstieg 79 m, Wanderzeit ca. 1 Stunde 45 Minuten.
Von Adliswil nach Zürich

(Band II, Kapitel «Einladung in die Stadt»)

Startpunkt: Bahnstation Adliswil SZU.
Endpunkt: Platzspitz Zürich (Station Zürich Hauptbahnhof).

Wir folgen weiterhin (ungefähr) dem Weg, den Sophie nach Zürich zurücklegte. Das Ziel ist das Denkmal zu Ehren von Salomon Gessner im Platzspitz-Park hinter dem Landesmuseum.
Strecke 10 km, Aufstieg 44 m, Abstieg 95 m, Wanderzeit ca. 2 Stunden 30 Minuten.

 Quelle der Karten: Bundesamt für Landestopografie
Routen erstellt mit SchweizMobil Plus
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