In der Geschichte kommen Begriffe vor, die uns heute vielleicht nicht mehr vertraut sind. Einige werden hier kurz erklärt. Sie sind im Text mit einem kleinen G markiert.
Ancien Régime
Im 18. Jahrhundert galt in den Teilgebieten der Eidgenossenschaft eine sehr starre Herrschaftsordnung. Die politische Macht lag in den Händen von patrizischen Familien und in einigen Städten bei den Zünften. Das Ancien Régime fand mit dem Einmarsch der französischen Truppen 1798 sein Ende. 

Bader
waren die Betreiber von Badestuben, die verschiedene Aufgaben in den Bereichen Körperpflege und Gesundheit wahrnahmen 
(z. B. Schröpfen, Aderlasse, Behandlung kleinerer Wunden). Die Berufe von Schärer, Barbier, Wundarzt und Bader waren nicht klar zu trennen.  


Bannwart
waren etwa 2 Meter lange Holzstücke, die auf der Sihl nach Zürich getriftet wurden.  

Blütschen
Im 18. Jahrhundert galt in den Teilgebieten der Eidgenossenschaft eine sehr starre Herrschaftsordnung. Die politische Macht lag in den Händen von patrizischen Familien und in einigen Städten bei den Zünften. Das Ancien Régime fand mit dem Einmarsch der französischen Truppen 1798 sein Ende. 

Buhnen
Um das Ufer vor Abtragung zu schützen, wird mit Holz oder Steinen eine Befestigung gebaut, die die Strömung lenkt. Längsbuhnen verlaufen parallel zum Ufer, Querbuhnen ragen in den Fluss hinein.  

Carolinum
Vorgängerschule der Universität Zürich, die von der Reformationszeit bis 1833 bestand. 

Deputation
Entsandte Abordnung, die im Auftrag einer Behörde oder einer Partei verhandelt. 

Fergger
Der Fergger belieferte die Heimarbeitenden im Auftrag eines Textilhändlers mit den nötigen Rohstoffen. Später kam er wieder vorbei, kontrollierte und bezahlte die Arbeit und schaffte die Produkte zum Auftraggeber. 


Flussnymphe
Mythisches weibliches Wasserwesen, das in Sagen und Dichtung als Geist oder Personifikation eines Flusses erscheint.
 

Fronleichnam
Katholisches „Hochfest des Leibes und Blutes Christi", das mit Prozessionen und sakramentalen Segenshandlungen gefeiert wird. 


Harschier
Ein bewaffneter städtischer Wachmann oder Soldat, der zur  Zeit des Ancien Régimes für Ordnungs‑ und Polizeidienste 
eingesetzt wurde. 



Heimarbeit
In der Neuzeit eine sehr verbreitete Produktionsweise, bei der in der eigenen Wohnung Arbeiten für einen Auftraggeber ausgeführt wurden, oft im Textilbereich (Spinnen, Weben). 


Hintersässen
waren zugezogene Einwohner, die keine politischen Rechte hatten, vom Grundbesitz ausgeschlossen und in beruflicher Hinsicht sehr eingeschränkt waren.


Hodler
s. Säumerei


Idyll
(altgriechisch für „Bildchen“) ist eine Bezeichnung für Darstellungen in Bild und Sprache, die ein verklärtes, harmonisches, ländliches Leben zum Inhalt haben, friedlich und frei von störenden Elementen.


Isengrind
Kinderschreck, Sagengestalt: Ein in der Horgner Gegend gefürchtetes Wintergespenst. Ein Riesenhund mit Hörnern und Feueraugen, der zwischen Weihnacht und Neujahr Kinder entführt.



Katechismus
Kirchliches Handbuch zur Unterweisung der Gläubigen. In angepasster Form kamen diese Lehrmittel auch in reformierten Gebieten zur Anwendung. 


Kilter, Kiltgang
Form der Brautwerbung: Nächtlicher, oft heimlicher Besuch eines jungen Burschen bei einem Mädchen. Diesem ging häufig eine launige Rede oder ein Kiltlied im Freien voraus, bevor der Kilter eingelassen (oder abgewiesen) wurde. 


Kraxe
Eine Rückentrage, mit deren Hilfe man Lasten transportieren konnte.


Landvogt
Der Landvogt war ein auf sechs Jahre gewählter Zürcher Stadtbürger, der einer Vogtei (mehrere Gemeinden) vorstand. In den „inneren Vogteien“ behielt der er seinen Wohnsitz in Zürich, in den „äusseren Vogteien“ hatte er einen Amtssitz (oft ein Schloss) vor Ort. 


Lehrgotte
Als Schulmeister kamen nur Männer in Frage, auch wenn sie bis ins 19. Jahrhundert hinein keine eigentliche Ausbildung hatten. Vor allem für die Schulung jüngerer Kinder und in Privathaushalten wurden zuweilen auch unverheiratete Frauen eingesetzt, die als Lehrgotten (Gotte = Patin) bezeichnet wurden. 


Marstall
Stall für Zucht-, Reit‑ und Zugpferde eines Klosters oder eines Herrschaftshauses, oft ein repräsentatives Gebäude.


Monstranz
Liturgisches Schaugefäss, in dem die gesegnete Hostie (Leib Christi) in einer Prozession den Gläubigen gezeigt wird. 


None
Klösterliches Stundengebet (nona hora = neunte Stunde). 


Pamphlet
nennt man eine Schmähschrift. Oft handelt es sich um politisch oder religiös motivierte Aktionen des Widerstands, die Gleichgesinnte zu mobilisieren versuchten.


Prallhang
In einer Flusskurve die Stelle, wo die Strömung besonders stark auftrifft – im Gegensatz zum Gleithang. 


Pranger
Ein Schandpfahl, der auf einem öffentlichen Platz stand. Dort wurden Übeltäter zur Strafe festgekettet und der allgemeinen Verachtung ausgesetzt. 


Präzeptor
war ein Lehrer, besonders Hauslehrer wurden so genannt. 


Regiment (Regierung der Stadt Zürich)
In den Grossen Rat wurden aus dem Kreis der Zünfte und der „regimentsfähigen“, alteingesessenen Familien etwa 200 Mitglieder gewählt. Von ihnen bildeten jeweils 50 den Kleinen Rat, die eigentliche Regierung. Davon waren jeweils 25 aktiv, nach sechs Monaten übernahm die andere Hälfte die Geschäfte. Der Kleine Rat wurde  von einem der beiden Bürgermeister geleitet, die sich ebenfalls in sechsmonatigem Turnus abwechselten. 


Säumerei
Gewerbsmässiger Transport von Gütern auf Maultieren, Eseln oder Pferden. Säumer waren angestellt und arbeiteten im Auftrag, Hodler kauften das Transportgut auf eigene Rechnung und verkauften es am Zielort weiter. 


Schärer
(auch Scherer oder Barbiere) kümmerten sich um die Haartracht ihrer Kunden, übernahmen aber wie der Bader und der Wundarzt auch Aufgaben im Gesundheitsbereich wie das Schröpfen, das Zähneziehen oder chirurgische Tätigkeiten. (s. auch Bader) 


Schriften
Verbreitete Schriftarten waren im 18. Jahrhundert:

    Antiqua
    Die lateinische Buchschrift Antiqua wurde vor allem
    auf Titelblättern, in der Wissenschaft und bei Werken im französischen und italienischen Sprachraum gebraucht.

    Fraktur
    Die Frakturschrift kam im deutschen Sprachraum vorwiegend im Zeitungsdruck, in religiösen und amtlichen Texten 
    zur Anwendung. Auch Literatur wurde oft in Fraktur gedruckt. 

    Deutsche Kurrentschrift
    Die verbundene deutsche Kurrentschrift war handschriftlich bis ins frühe 20. Jahrhundert im Alltag gebräuchlich. 

    (Schriftmuster im Band II)


Sihlherr
Der vom Rat in Zürich gewählte und vereidigte oberste Verwalter des gesamten Stadtwaldes an der Sihl. 


Sihlknecht
Dem Sihlherrn unterstellter Oberförster, dem der konkrete Forstbetrieb im Sihlwald oblag.


Sihltrift
Die Stadt Zürich benötigte viel Holz, das im Kanton Schwyz oder im Sihlwald geschlagen und ungebündelt in die Sihl eingeworfen wurde. Die Stämme und Blütschen wurden flussabwärts geflösst, getriftet. Was die Reise überstand, blieb in Zürich in einem Rechen hängen und wurde aus dem Wasser gefischt. 


Stillstand
nannte man eine Gemeindebehörde, die unter der Leitung des Pfarrers stand. Der Stillstand sorgte dafür, dass die Landbevölkerung die städtischen Verlautbarungen und Regeln erfuhr und setzte sie durch. Er hatte Verwaltungsaufgaben, gewisse soziale Kompetenzen, wie die Unterstützung (genehmer) Armer und kontrollierte die Bevölkerung, vor allem was die Sittlichkeit betraf. 


Sust
Ein Lagerhaus, das dem Güterumschlag diente. Hier wurden die transportierten Waren vom Schiff auf Saumtiere umgeladen und umgekehrt, über Nacht gelagert und teilweise auch verzollt. 


Tabularium
Archivraum eines Klosters, in dem Urkunden, Register und wichtige Schriftstücke verwahrt wurden. 


Turpen
ist das mundartliche Wort für Torf, eine kohlenstoffreiche Erdschicht, die früher in Mooren abgebaut wurde. Es wurde als Brennmaterial (Ersatz für das knappe Holz) genutzt. Torfziegel (Turben) wurden an der Sonne getrocknet. 


Untervogt
Ein vom Rat ernannter, lokaler Amtmann, der den Landvogt bei einfachen Gerichtsverfahren vertrat und der manche polizeiliche und administrative Aufgaben wie den Einzug der Steuern hatte. Er war nebst dem Pfarrer die höchste Autorität im Dorf. Im Kanton Zürich hatte der Untervogt seinen Sitz in der jeweiligen Gemeinde. 


Verdingkinder
waren oft Waisen oder Kinder aus armen Familien, die als billige Arbeitskräfte „verdingt“ wurden. Sie arbeiteten oft unter prekären Bedingungen auf Bauernhöfen. 


Wechselfieber
Eine fieberhafte Krankheit (Malaria), die sich unter anderem in wiederkehrenden Schüttelfrostanfällen äussert. Damals glaubte man, dass die Erkrankung durch «schlechte Dünste» aus Sümpfen verursacht werde. Erst 1898 wurde klar, dass es Mücken sind, die das Fieber übertragen. 


Weidling
Flaches, breites Holzboot der Schweizer Flüsse und Seen, das für Transport, Fischerei und Fährdienste genutzt wurde. 


Zünfte
Vereinigungen von Gewerbetreibenden, die sich im Mittelalter in Städten bildeten und die Politik zunehmend mitbestimmten. In Zürich gab es nebst den berufsspezifischen Zünften noch die Gesellschaft zur Constaffel, in der die Kaufleute und der Adel vertreten waren. 





















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